Rapport, Ansatz, Charge, Duplex: Beim Tapetenkauf begegnen Ihnen viele Fachbegriffe. Dieses Glossar erklärt die wichtigsten kurz und verständlich – alphabetisch sortiert.
A – D
Akzentwand – Eine einzelne Wand, die mit einer auffälligen Tapete gestaltet wird, während die übrigen Wände ruhig bleiben. Spart Material und setzt einen Blickfang.
Ansatz (Musteransatz) – Die Art, wie benachbarte Bahnen aneinandergesetzt werden, damit das Muster weiterläuft: ansatzfrei, gerader oder versetzter Ansatz. Das Symbol steht auf dem Etikett; siehe Tapetensymbole erklärt.
Anfertigungsnummer (Charge) – Kennzeichnet die Produktionsserie einer Rolle. Zwischen Chargen kann der Farbton minimal abweichen, deshalb für einen Raum nur Rollen derselben Charge verwenden.
Bahn – Ein auf Raumhöhe zugeschnittenes Stück Tapete. Aus einer Rolle ergeben sich je nach Raumhöhe und Rapport meist drei bis vier Bahnen.
Bordüre – Schmaler Tapetenstreifen als Abschluss oder Zierband, zum Beispiel unter der Decke.
Damast – Klassisches, ursprünglich aus der Weberei stammendes Ornamentmuster, oft mit wechselndem Glanz. Typisch für italienische Kollektionen wie Tradizione Italiana.
Duplextapete – Tapete aus zwei miteinander verbundenen Papierlagen. Beim Entfernen lässt sich oft die obere Lage abziehen.
E – K
Einweichzeit – Bei Tapeten, die eingekleistert werden, die Zeit, die der Kleister auf der Rückseite einwirken muss, bevor die Bahn an die Wand kommt.
Gegenläufig kleben – Jede zweite Bahn wird um 180 Grad gedreht angebracht, um kleine Farbunterschiede zwischen den Kanten auszugleichen.
Glasgewebe (Glasfasertapete) – Aus Glasgarn gewebter, überstreichbarer Wandbelag. Rissüberbrückend und stoßfest, auch als nicht brennbare Variante (A2) erhältlich. Mehr im Glasfasertapete-Ratgeber.
Grundierung (Tiefengrund) – Vorbehandlung stark oder ungleichmäßig saugender Wände, damit der Kleister gleichmäßig hält.
Kleister – Klebstoff für Tapeten. Es gibt unterschiedliche Sorten für Papier-, Vlies- und schwere Tapeten; für Glasgewebe wird ein spezieller Glasgewebekleber verwendet. Maßgeblich ist die Angabe auf dem Etikett.
L – R
Lichtbeständigkeit – Wie gut die Farben einer Tapete dem Tageslicht standhalten; angegeben durch Sonnensymbole.
Lot – Senkrechte Bezugslinie, an der die erste Bahn ausgerichtet wird. Wände und Ecken sind selten genau senkrecht.
Makulatur – Unterlage aus Papier oder Vlies, die vor dem eigentlichen Tapezieren angebracht wird, um einen gleichmäßigen Untergrund zu schaffen.
Naht (Stoß) – Die Stelle, an der zwei Bahnen aneinanderstoßen. Vliestapeten werden „Stoß an Stoß“ geklebt, also Kante an Kante ohne Überlappung.
Paneel (Tapetenpaneel) – Großformatiges Motiv, das sich über mehrere Bahnen erstreckt und als Bild an der Wand wirkt, etwa in der Kollektion Project II.
Papiertapete – Klassische Tapete aus Papier. Wird eingekleistert und muss einweichen; dehnt sich beim Kleistern.
Prägung – Reliefartige Oberfläche, die Struktur und Tiefe erzeugt, zum Beispiel bei stoffähnlichen Luxustapeten.
Rapport – Der Abstand, nach dem sich ein Muster wiederholt, in Zentimetern. Je größer der Rapport, desto mehr Verschnitt. Siehe Tapetenbedarf berechnen.
Raufaser – Papiertapete mit eingearbeiteten Holzfasern, die gestrichen wird.
Rohware (RW) / vorgrundiert (PG) – Bei Glasgewebe: unbehandeltes Gewebe bzw. werkseitig grundiertes Gewebe, das weniger Farbe aufnimmt.
Rollenmaß – Breite × Länge einer Rolle. Gängig sind 0,53 × 10,05 m und 1,06 × 10,05 m; manche Kollektionen haben abweichende Maße.
S – Z
Scheuerbeständig – Reinigungsstufe: Die Oberfläche kann mit weicher Bürste und milder Seifenlösung gereinigt werden.
Spaltbar – Beim Entfernen lässt sich nur die Deckschicht abziehen; eine Trägerschicht bleibt an der Wand.
Textiltapete – Tapete mit Oberfläche aus textilen Fasern oder mit stoffähnlicher Optik.
Vinyltapete – Tapete mit Kunststoffoberfläche, meist auf Vlies- oder Papierträger. Strapazierfähig und gut zu reinigen.
Vliestapete – Tapete auf einem Träger aus Zellstoff- und Textilfasern. Formstabil, wird mit der Wandklebetechnik verarbeitet und lässt sich meist trocken abziehen. Ein Vergleich der Tapetenarten steht im Beitrag Vliestapete, Papiertapete oder Glasgewebe.
Wandklebetechnik – Der Kleister wird auf die Wand statt auf die Tapete aufgetragen. Standard bei Vliestapeten.
Waschbeständig – Reinigungsstufe: leichte Verschmutzungen lassen sich mit feuchtem Schwamm und milder Seifenlösung entfernen.
Zugabe – Zusätzliche Länge pro Bahn zum Beschneiden an Decke und Fußleiste, meist etwa 5 cm oben und unten.
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