Eine neue Tapete ist nur so gut wie der Untergrund darunter. Wer über alte Tapeten klebt, riskiert Blasen, sich lösende Bahnen und durchscheinende Nähte. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Methode geht das Entfernen meist schneller als gedacht. Welche Methode passt, hängt davon ab, welche Tapete an der Wand ist.
Zuerst: Welche Tapete ist an der Wand?
Lösen Sie an einer Ecke oder Naht ein Stück an und ziehen Sie vorsichtig:
- Lässt sich die Bahn in einem Stück trocken abziehen und bleibt kaum Papier an der Wand, ist es meist eine Vliestapete.
- Löst sich nur die obere Schicht und eine dünne Papierlage bleibt kleben, haben Sie eine Duplex- oder Vinyltapete vor sich.
- Reißt die Tapete in kleine Fetzen, handelt es sich um eine Papier- oder Raufasertapete.
- Ist die Oberfläche hart und gewebeartig und oft mehrfach gestrichen, ist es wahrscheinlich Glasgewebe.
Vorbereitung
- Möbel abrücken oder abdecken, Boden mit Folie oder Pappe schützen.
- Sicherung ausschalten, bevor Sie mit Wasser in der Nähe von Steckdosen und Schaltern arbeiten; Abdeckungen abschrauben.
- Werkzeug bereitlegen: Spachtel oder Tapetenschaber, Eimer mit warmem Wasser, Quast oder Sprühflasche, ggf. Stachelwalze (Perforierwalze), Müllsäcke.
Vliestapete: trocken abziehen
Vliestapeten sind darauf ausgelegt, sich trocken in ganzen Bahnen abziehen zu lassen. Lösen Sie die Bahn unten an der Fußleiste mit dem Spachtel an und ziehen Sie sie langsam und flach nach oben ab. Kleben einzelne Stellen fest, feuchten Sie diese kurz an und versuchen Sie es erneut.
Papier- und Raufasertapete: einweichen
- Perforieren: Fahren Sie mit einer Stachelwalze über die Wand. Die kleinen Löcher lassen das Wasser hinter die Oberfläche gelangen. Nicht zu fest drücken, damit der Putz nicht beschädigt wird.
- Einweichen: Warmes Wasser mit Quast oder Sprühflasche großzügig auftragen. Ein Schuss Spülmittel oder ein Tapetenablöser aus dem Fachhandel verbessert die Wirkung.
- Einwirken lassen: Je nach Tapete einige Minuten; bei dicken Schichten den Vorgang wiederholen.
- Abschaben: Mit dem Spachtel flach von unten nach oben arbeiten. Weichen Sie immer nur so viel Fläche ein, wie Sie direkt bearbeiten.
Duplex- und Vinyltapete: zwei Schichten
Ziehen Sie zuerst die obere Schicht trocken ab. Die zurückbleibende Papierlage wird dann wie eine Papiertapete eingeweicht und abgeschabt.
Mehrere Schichten oder hartnäckige Tapeten: Dampf
Bei mehreren übereinander geklebten oder mehrfach gestrichenen Tapeten hilft ein Tapetendampfgerät. Die Dampfplatte wird kurz an die Wand gehalten, der Dampf löst den Kleister, und die Tapete lässt sich abschaben. Vorsicht bei Gipskartonwänden: Zu viel Feuchtigkeit und Dampf können die Kartonschicht aufweichen – hier sparsam und abschnittsweise arbeiten.
Glasgewebe
Glasgewebe ist mit der Wand sehr fest verbunden. Oft ist es sinnvoller, es als Untergrund zu belassen und neu zu streichen oder – wenn es fest und intakt ist – nach Rücksprache mit einem Fachbetrieb darauf weiterzuarbeiten. Muss es wirklich herunter, lösen Sie es mit Spachtel und Dampf in Streifen. Tragen Sie dabei Handschuhe und lange Ärmel, weil Glasfasern die Haut reizen können.
Nach dem Entfernen: Untergrund vorbereiten
- Reste entfernen: Papierfetzen und Kleisterreste mit warmem Wasser und Schwamm abwaschen.
- Trocknen lassen: Die Wand muss vollständig trocken sein, bevor es weitergeht.
- Tragfähigkeit prüfen: Klebeband fest andrücken und ruckartig abziehen. Bleiben Farbe oder Putz daran hängen, muss die lose Schicht ab.
- Spachteln: Löcher, Risse und Kanten ausbessern und nach dem Trocknen glatt schleifen.
- Grundieren: Stark saugende oder unterschiedlich saugende Flächen (z. B. gespachtelte Stellen neben altem Putz) mit Tiefengrund gleichmäßig machen.
- Flecken absperren: Wasser-, Nikotin- oder Rußflecken können durch helle Tapeten durchschlagen. Behandeln Sie solche Stellen vorher mit einem Isolier- bzw. Sperrgrund.
Danach ist die Wand bereit für die neue Tapete. Wie Sie Vliestapete Schritt für Schritt anbringen, zeigt der Beitrag Vliestapete tapezieren.
Tapezierservice im Raum Stuttgart
Wenn Sie das Tapezieren lieber abgeben möchten: Im Raum Stuttgart und der näheren Umgebung – etwa Böblingen und Ludwigsburg – tapezieren wir für Sie. Bitte beachten Sie, dass das Entfernen der alten Tapete nicht im Preis für die Tapezierarbeiten enthalten ist; die Wand sollte also vorbereitet sein oder die Vorarbeiten werden gesondert besprochen. Die Preise finden Sie auf der Seite Tapezierarbeiten: Kosten.
Häufige Fragen
Kann ich die neue Tapete einfach über die alte kleben?
Davon raten wir ab. Die Feuchtigkeit des Kleisters kann die alte Tapete lösen, und Nähte oder Unebenheiten zeichnen sich durch. Außerdem wird es beim nächsten Renovieren doppelt so aufwendig.
Wie bekomme ich Kleisterreste von der Wand?
Mit warmem Wasser und einem Schwamm. Hartnäckige Reste noch einmal einweichen und mit dem Spachtel abnehmen. Die Wand muss vor dem Neutapezieren sauber und trocken sein.
Muss ich nach dem Entfernen grundieren?
Nicht immer, aber meistens ist es sinnvoll. Machen Sie den Wassertest: Zieht Wasser sofort ein oder saugt die Wand ungleichmäßig, sollten Sie grundieren.
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